Trächtigkeit und Geburt

Aus Meine-Katze.de

Katzenmutter mit Kätzchen

Die Trächtigkeit der Katze dauert zwischen 56 und 71 Tagen, wobei der Durchschnitt bei etwa 63 Tagen liegt. Kätzchen, die vor dem 58. Tag geboren werden, sind entweder tot oder sehr schwach.

Falls die Trächtigkeit länger als 71 Tage anhält, werden die Jungen größer als normal und die Gefahr von Totgeburten steigt ebenfalls.

Ein erstes Anzeichen der Trächtigkeit sind die geröteten Zitzen der Katze. Die Geburt der Kätzchen bewältigt das Muttertier normalerweise ohne fremde Hilfe.

Es ist sinnvoll, vor der Geburt für die Mutterkatze ein passendes Lager vorzubereiten. Dies kann eine Schachtel an einem geschützten Ort sein, die mit weichen Tüchern oder Zeitungen ausgelegt ist, wobei letztere aus hygienischen Gründen vorzuziehen sind. Zudem sollte man im Abstand von ca. 1 Meter eine Infrarot-Wärmelampe anbringen. Allerdings kann es durchaus sein, dass die Katze sich ein anderes Lager als Kinderstube erwählt. In diesem Fall sollte man die entsprechende "Ausrüstung" dort anbringen und die Katze nicht zwingen, einen anderen Ort anzunehmen.

Bei der Geburt setzt zunächst die Vorbereitungs- oder Öffnungsphase ein. Diese kann bis zu sechs Stunden dauern. Der Gebärmutterhals öffnet sich und die Wehen beginnen. In dieser Phase wird die Katze ihr Wurflager aufsuchen. Das zweite Stadium, die Austreibungsphase, sollte etwa zehn bis 30 Minuten dauern, niemals länger als 90 Minuten.

Der austretende Fötus leitet das Pressen ein, das sich in deutlichen Kontraktionen der Bauchmuskulatur (die so genannte Bauchpresse) zeigt. Es sollte nun eine graue Blase an der Öffnung der Vulva sichtbar werden. Dies ist die Fruchtblase, die das Kätzchen umhüllt. Der Zeitabstand zwischen den Presswehen wird immer kürzer, bis die Katze das Kätzchen ausgestoßen hat.

Das dritte Stadium, das Nachgeburtsstadium, beinhaltet das Abstoßen der Plazenta nach der Geburt des Kätzchens. Jedes Tier hat seine eigene Fruchtblase und seine eigene Plazenta (außer bei eineiigen Zwillingen). Nach der Geburt beginnt die Mutter, das Kätzchen zu säubern, und beißt die Nabelschnur durch. Dass die Katze die Plazenta nach der Geburt frisst, ist normal.

Die neugeborenen Kätzchen sollten bald nach der Geburt bereit sein zu saugen. Mit der ersten Muttermilch (Kolostrum) nehmen sie wichtige Stoffe zum Immunschutz auf, die sie selbst noch nicht bilden können. Falls ein Kätzchen nach der Geburt sehr kalt und schwach ist, kann man es vorsichtig bis zum Hals in handwarmem Wasser baden und den Körper sanft massieren. Danach sollte es vorsichtig mit warmen Handtüchern abgetrocknet werden.

Das Eingreifen eines Tierarztes ist in folgenden Fällen nötig:

  • Die Wehen dauern länger als zwei Stunden an, ohne dass ein Kätzchen geboren wurde
  • Sechs Stunden, nachdem Blut oder gefärbter Ausfluss aus der Vulva ausgetreten sind, treten noch keine Presswehen auf
  • Das Pressen ist für mehr als zwei Stunden unterbrochen, obwohl noch nicht alle Jungen geboren sind (Es ist normal, dass sich der Gebärvorgang eine Weile hinziehen kann und die Katze eine Zeit lang ruht, bevor sie die Geburt fortsetzt. Dieser Zustand sollte aber einen Zeitraum von zwei Stunden nicht überschreiten!)
  • Die Katzenmutter blutet auffallend aus der Vagina (Mengen von mehr als zwei Teelöffeln sind bedenklich)
  • Der vaginale Ausfluss der Katze riecht faulig
  • Die Katze beginnt nicht spätestens zwölf Stunden nach der Geburt zu fressen
  • Nach der Geburt des letzten Kätzchens sowie dem Ausstoß der Plazenta presst die Katze immer noch
  • Die Katze wirkt ruhelos, fiebrig oder auch lethargisch; sie zeigt kein Interesse an ihrem Nachwuchs


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