Sozialverhalten/ Intelligenz

Aus Meine-Katze.de

Die Katze ist zwar in der freien Natur ein Einzelgänger, verhält sich aber dem Menschen gegenüber gesellig. Der Grad der Geselligkeit kann stark variieren, vom anhänglichen "Salonlöwen" zur mehr oder weniger unbeachtet lebenden Bauernkatze, die nie ein Wohnhaus betritt.

Dennoch ist die Katze nicht der Einzelgänger, der sie auf den ersten Blick zu sein scheint. Auf Bauernhöfen bilden sich oft matriarchalisch geprägte Strukturen und in Städten wild lebende Katzen finden sich zu regelmäßigen Treffen ein, deren Bedeutung bisher nicht ermittelt werden konnte.

Auch Hauskatzen können untereinander innige Bindungen entwickeln. Dennoch geht die Katze bei aller Geselligkeit stets alleine zur Jagd. Lebt die Katze aber in einem Haushalt, entwickelt sie eine innige Bindung an ihren menschlichen Gefährten. Unabhängig davon, ob sie in einer Wohnung oder im Freien lebt, beansprucht die Katze ein Territorium für sich, das von einer Zimmerecke bis hin zu ganzen Straßenzügen reichen kann.

Die menschlichen Siedlungen sind innerhalb der "Katzengesellschaft" nach Territorien unterteilt, die Katze ist sich ihres Territoriums sehr bewusst, das sie auch gegen Eindringlinge verteidigt. Dabei kann man beobachten, dass Katzen Gebiete regelrecht einteilen, es gibt Treffpunkte, Jagdgebiete, Wege und Niemandsland (meist von Hunden bewohnte Teile der Siedlung). Auch bei der Benutzung der Wege existiert eine klare Ordnung: Es gibt allgemeine Wege und solche, die nur von einer bestimmten Katze benutzt werden dürfen. Diese Regelungen sind so genau, dass es durchaus möglich ist, dass eine Katze zu einer bestimmten Zeit des Tages einen Weg exklusiv nutzen darf, während zu einer anderen Zeit eine andere das Nutzungsrecht inne hat.

Die Hierarchie innerhalb der Katzengesellschaft bildet sich aus vorwiegend matriarchalischen Strukturen, d.h. die Katzenmutter mit den meisten Jungen steht an der Spitze. Im Falle einer Kastration sinkt ihr sozialer Status. Kater scheinen ihre Macht über Grundbesitz zu definieren, der Kampferfolg bestimmt ihr soziales Ansehen. Sie haben nicht, wie bei vielen männlichen Tieren üblich, einen "Harem" aus Katzen um sich. Scheinbar erwählen weibliche Katzen ihre Partner nicht zwangsläufig nach dem Kriterium der körperlichen Stärke, da sie sich nicht grundsätzlich mit dem "Topkater", dem stärksten Männchen des Territoriums, paaren. Kastrierte Kater stehen immer am Ende der Hierarchie, da nach der Kastration der Testosteronspiegel im Blut sinkt und der beißende Geruch des Urins allmählich verschwindet. Die Männlichkeit und damit der soziale Stellenwert des Katers wird vermutlich daran gemessen, da im Laufe dieses Prozesses der Kater immer mehr in der Rangordnung sinkt.

Eine Verhaltensweise der Katzen gibt den Wissenschaftlern bis heute Rätsel auf: Sie treffen sich an bestimmten Orten und sitzen friedlich zusammen. Diese Treffen haben meist keine sexuelle Komponente, sondern scheinen ein Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens zu sein. Der eigentliche Zweck dieser Treffen ist jedoch unklar.


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