Katzenversicherungen

Aus Meine-Katze.de

Katzenliebhaber sind stets auf das Wohl ihrer Vierbeiner bedacht: Sie achten auf gesundes Futter, kaufen Kratz-Bäume, Spielzeug und verwöhnen ihren Liebling. Aber reicht das aus? Aus Angst vor horrenden Rechnungen bei Unglücksfällen oder Krankheiten fragen sich die meisten Katzenhalter irgendwann, ob nicht eine Katzenversicherung nötig wäre.

Schließlich liegt einem die Gesundheit des Tieres am Herzen und auch gegen eventuell verursachte Schäden will man sich absichern. Doch welche Versicherungen tatsächlich sinnvoll sind, ist bei dem Durcheinander von Angeboten schwierig herauszufinden.

Welche Katzenversicherungen gibt es?

Tierhalter-Haftpflichtversicherung

Die allgemeine Tierhalter-Haftpflichtversicherung dient dazu, Ansprüche Dritter abzudecken, wenn das Haustier Menschen oder Sachen beschädigt. Anders als bei Hunden besteht bei Katzen jedoch kaum die Gefahr, dass sie schwerwiegende Personenangriffe verüben. Auch die Schäden, die sie anrichten können, wenn sie beispielsweise in die Wohnung eines Nachbarn gelangen, sind normalerweise nur gering. Tierhalter-Haftpflichtversicherungen sind für Katzenbesitzer folglich nicht ratsam.

Katzen-Krankenversicherungen

Katzen-Krankenversicherungen sollen dort einspringen, wo ein Tierarztbesuch notwendig ist, wie zum Beispiel bei Krankheiten und Unfällen des Haustiers.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedenen Arten von Katzen-Krankenversicherungen: Die OP-Versicherung und der Vollversicherung.

Die OP-Versicherung

Die OP-Versicherung übernimmt die Kosten nur für zwingende, operative Eingriffe. Der Leistungsumfang variiert je nach Anbieter: Von der Übernahme der reinen Operationskosten bis hin zur Deckung zusätzlicher Kosten für Vorbehandlung und Nachsorge der Operationen.

Die günstigste OP-Versicherung erhält man ab ca. 5 Euro pro Monat. Kastrationen und Sterilisationen sind bei der OP-Versicherung meistens ausgeschlossen.

Die Vollversicherung

Die Vollversicherung beinhaltet auch Vorsorgeuntersuchungen, ambulante und stationäre Behandlungen, Labor- und Gerätediagnostik sowie Kosten für Medikamente. Im Normalfall zahlt man für eine gute Vollversicherung zwischen 15 und 25 Euro monatlich.

Worauf man achten sollte

Selbstbeteiligung und Höchstgrenze

Die Tarifmodelle sehen je nach Anbieter anders aus, dabei spielt auch die Höhe einer eventuellen Selbstbeteiligung eine Rolle. Für viele Leistungen ist nämlich eine Höchstgrenze angesetzt, dann kann es sein, dass der Besitzer die Kosten trotz Versicherung mittragen muss. Bei einer Versicherung beispielsweise liegt die maximale Erstattung pro OP bei 400 Euro, bei einer anderen bei rund 2.000 Euro jährlich.

Berechnung der Leistung von Tierärzten

Tierärzte berechnen ihre Leistungen nach der Gebührenordnung Tierarzt (GOT), die festlegt, dass sie ihre Leistungen bis zum dreifachen Satz erhöhen dürfen. Hier ist ebenfalls Vorsicht geboten: Die Kosten werden von den Versicherern teilweise nur bis zum minimalen Satz übernommen, so dass man auf dem Großteil der Arztrechnung selbst sitzenbleibt. Und die kann im Fall einer OP schnell über mehrere hundert Euro gehen.

Selektion nach Alter und Rasse

Die meisten Katzenkrankenversicherungen selektieren die Tiere nach Alter und Rasse, was vor allem Besitzer von exotischen und älteren Katzen benachteiligt. Dabei lehnen viele Versicherungen manche Rassen sogar völlig ab, vor allem diejenigen, die als besonders anfällig für Krankheiten gelten.

Andere verweigern die Versicherung für Katzen, die bereits ein gewisses Alter überschritten haben oder fordern für die Aufnahme älterer Katzen einen Aufpreis. Grund hierfür ist, dass die Krankheitsfälle mit steigendem Alter zunehmen.

Im Schnitt liegt die Altersgrenze der Aufnahme bei ca. fünf bis maximal sieben Jahren. Es empfiehlt sich zu überprüfen, ob die Leistungen bei steigendem Alter des Tieres tatsächlich konstant bleiben. Viele Versicherungen erhöhen die Beiträge ab einem gewissen Alter oder erstatten nur noch 80%.

Wer sich für eine Katzen-Krankenversicherung entscheidet, sollte seine Katze also rechtzeitig versichern lassen. Bei manchen Anbietern erhalten Jungkatzen sogar günstigere Konditionen.

Anbieter im Test: Totalausfall für die Vollversicherung

Im Frühjahr 2011 veröffentlichte "Finanztest" die Ergebnisse des Vergleichs von Tierkrankenversicherungen, an dem die fünf Hauptanbieter teilnahmen. Diese sind momentan:

Test-Kriterien waren der Jahresbeitrag der Krankenversicherung, Einschränkungen bei der Versicherbarkeit, wichtige Versicherungsleistungen sowie die maximale Auszahlung der Tierversicherung pro Jahr. Das Resultat des Vergleiches war ernüchternd.

Vollversicherung zu teuer

Von einer Vollversicherung rät "Finanztest" gänzlich ab, da die Jahresbeiträge bis zu 775 Euro kosten können – für die unabhängigen Tester untragbar. Schlussendlich gab es in dieser Kategorie nur Verlierer, die Höhe der Kosten mache die Vollversicherung schlichtweg ineffizient.

OP-Versicherungen mit Ausnahmen

Über eine OP-Versicherung kann man nachdenken, sofern Alter und Rasse der Katze kein Ausschlusskriterium darstellen. Zum Testsieger der Katzen-OP-Versicherungen kürte man den Tarif "Petcare Operationskosten" von Helvetia mit ca. 100 Euro jährlich. Testsieger steht dabei allerdings in Anführungsstrichen, da er hauptsächlich durch den günstigen Beitrag punkten konnte.

Fazit

Die Angebote der Versicherungen sind unbefriedigend: Der Großteil der Tarife enttäuscht durch zu hohe Kosten, die Krankenvollversicherung entpuppt sich als viel zu teuer. Letztendlich muss man für seine Katze die verschiedenen Angebote genau unter die Lupe nehmen und Vor- und Nachteile vergleichen. Viele Katzenfreunde füttern lieber ihr Sparschwein mit den Versicherungsbeiträgen, um für alle Fälle gewappnet zu sein.


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