Hilfe, unsere Katze stiehlt

Aus Meine-Katze.de

20. Juni 2011  |  Kommentare: 0

Im kleinen Ort Wiesendangen in der Schweiz ist die Kriminalitätsrate in letzter Zeit eklatant in die Höhe geschossen. Auf unerklärliche Weise verschwinden über Nacht Habseligkeiten der Bewohner: Unterwäsche, Socken, Handschuhe, Tücher, T-Shirts. Nun wurde die Diebesserie über eine Zeitungsannonce aufgeklärt. Das Täterprofil: Speedy, 7 Jahre, Kater mit einer Vorliebe für schwarze Puma-Socken.

Verpfiffen wurde der diebische Stubentiger von seinem Frauchen Margrit Geiger. Die 53-jährige Tagesmutter verzweifelte irgendwann an dem fehlgeleiteten Jagdinstinkt ihres "Büsis“, wie die Schweizer ihre Katzen liebevoll nennen. Bis zu fünf Kleidungsstücke bringt Speedy von seinen nächtlichen Streifzügen durch Wiesendangen mit und präsentiert sie stolz am Bett von Sohn Daniel. Zur Not miaut und trampelt er den 19-jährigen Auszubildenden wach, bis seine Beute angemessen gewürdigt wird.

Vor drei Jahren etwa hat der Kater die konventionelle Mäusejagd aufgegeben und sich immer mehr seiner extravaganten Textil-Leidenschaft gewidmet. Warum? Weiß keiner. Seither ist auf jeden Fall einiges zusammen gekommen: Über hundert Beutestücke stapeln sich inzwischen bei den Geigers im Schuppen, darunter auch Käppis und Schienbeinschoner.

Das war der Familie irgendwann dann doch zu viel. Damit die beklauten Nachbarn ihre Sachen wieder zurück bekommen, hat Margrit Geiger eine Zeitungsannonce geschaltet und Flugblätter verteilt, auf denen zu lesen ist: "Hilfe, unsere Katze stiehlt.“ Mit Erfolg: Die ersten Diebstahl-Opfer haben ihr Hab und Gut bereits vom Wühltisch im Schuppen abgeholt. Anzeige erstatten wird wohl niemand. Einmal abgesehen davon, dass das kleptomanische Treiben des Katers für die meisten eher amüsant als ärgerlich ist, sind rechtliche Schritte in einem solchen Fall gar nicht möglich: "Eine Katze kann nicht straffällig und damit auch nicht angeklagt werden“, erklärt Andreas Rüttimann von der "Stiftung für das Tier im Recht" gegenüber dem "Landboten“.

Da kann Speedy ja nochmal durchatmen, das Problem für Familie Geiger aber bleibt. Warum ihr "Büsi“, der von klein auf bei ihnen lebte, schwarze Puma-Socken - sein momentaner Spleen - seiner natürlichen Beute vorzieht, kann sich keiner von ihnen erklären. Tierärztin Brigitte Bütikofer weiß, dass Speedy nicht der einzige ist: Durch das Stehlen, erklärt sie, wollen Tiere Aufmerksamkeit erregen. Sie von Anfang an zu ignorieren, wenn sie ihre Beute bringen, sei das einzige Gegenmittel. Und bei Speedy? "Nach drei Jahren ist das Stehlen ein angelerntes Verhalten, was schwer wieder abzugewöhnen ist“, befürchtet die Tierärztin. Immerhin aber wissen die Wiesendanger ja jetzt, wo sie ihre Unterhosen wiederfinden.

  



 


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