Bremen führt Kastrationspflicht ein
Aus Meine-Katze.de
Mit Bremen hat am 10. Mai eine weitere Stadt die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für frei laufende Hauskatzen beschlossen. Seit einigen Jahren wird nicht nur unter Tierschützern der Ruf nach solchen Verordnungen immer lauter und einige Städte haben bereits reagiert: In Paderborn, Düsseldorf, Leverkusen, Hildesheim und mehreren kleineren Orten steht das Gesetz inzwischen, während andere, wie zum Beispiel Köln, noch um die Einführung streiten.
Für Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer beim Deutschen Tierschutzbund, wäre eine umfassende Kastrationspflicht in Deutschland ein großer Fortschritt. Er prangert das Leid von Straßenkatzen an, das durch eine Einschränkung der Fortpflanzung maßgeblich eingedämmt werden könnte: "Die Tiere sind durch das Streunen oft verwundet, unterernährt und von Parasiten befallen." Durch die rasant wachsende Anzahl der Streuner können sich Tierschutzverbände und Tierheime schon lange nicht mehr um alle verwilderten Katzen kümmern.
Kein Wunder: Schätzungsweise zwei Millionen Straßenkatzen gibt es in Deutschland. Wird die Fortpflanzung nicht beschränkt, droht die Zahl in kürzester Zeit zu explodieren - denn eine Katze bekommt durchschnittlich 15 Junge im Jahr. Schröder konstatiert daher zu Recht: „Die Situation in Deutschland ist dramatisch, es ist Zeit zu handeln."
Während Straßenkatzen, sobald sie entdeckt werden, von Tierheimen und Verbänden kastriert werden, treiben frei laufende Hauskatzen die Populationsdichte weiter in die Höhe: Schätzungsweise nur 50 Prozent der Hauskatzen sind kastriert. Wenn dann Hauskater auf Freiersfüßen unterwegs sind oder ungewollte Würfe von Hauskatzen ausgesetzt werden, steigt unvermeidlich die Anzahl der Straßenkatzen. Und die führen, da sind sich Tierschützer einig, ein erbärmliches Leben.
In anderen Ländern, wie zum Beispiel auch bei unserem Nachbarn Österreich, ist die Kastrationspflicht daher inzwischen Gesetz. In Deutschland aber ist eine bundesweite Katzenschutzverordnung bislang nur Idee. Im vergangenen Dezember hat die SPD-Fraktion – unterstützt von Linken und Grünen – erstmals einen Antrag auf eine bundesweite Regelung gestellt, den die Koalition aus CDU/CSU und FDP aber ablehnte.
Solange auf Bundesebene keine Erfolge erzielt werden, bleibt also nur zu hoffen, dass möglichst viele Städte Bremens Beispiel folgen und so dem Elend der Straßenkatzen zu Leibe rücken.
Copyright Bild: Günter Havlena / pixelio.de
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